Tag
1: Wir verlassen Santa Elena und erreichen nach etwa 2 bis
3 Stunden Fahrt mit dem Jeep Pareitepuy, unseren Ausgangspunkt fuer die
Wanderung. Nachdem wir uns im Nationalparkbuero (Inparques) und im indianischen
Verwaltungsgebaeude gemeldet haben, werden wir fuer 4 bis 5 Stunden wandern
bis wir den Fluss Kukenan erreichen. Dort gibt es zwei erfrischende Flussueberquerungen
und ein recht anstrengendes Stueck bergauf von etwa 30 Minuten. Die Ueberquerung
des Flusses Kukenan ist vom Wasserstand abhaengig und kann gefaehrlich
sein, da die Steine extrem glatt sind. Wenn Wetter und Sicht gut sind,
werden wir den Anblick der Tepuys Roraima, Kukenan und vieler anderer
Berge, die das Guyana Schild bilden, unterwegs geniessen koennen. Die
Umgebung besteht hauptsaechlich aus weitlaeufiger Savanne. Abendessen
am Lagerfeuer.
Tag
2: Direkt nach dem Fruehstueck wird die Reise mit einem steilen
Weg aufwaerts fortgesetzt. Abhaengig von der Jahreszeit wird es moeglich
sein durch komplette Felder voller Orchideen zu laufen. Nach 2 Stunden
bergauf und weiteren 2 bis 4 Stunden Wanderung erreichen wir das Basiscamp
mit einem kleinen Fluss, dar von der Spitze der "Nie versiegenden Mutter
der Fluesse - Roraima" kommt. Dieser indianische Name ist treffend, denn
das Wasser des Roraima speist den Amazonas, den Orinoco und den Essequibo...
die drei groessten Fluesse Suedamerikas !
Tag
3: Wir haben knapp unterhalb des ueppigen und dichten Guertels
des feuchten Nebelwaldes uebernachtet, welcher den Tepuy umgibt. Nach
dem Fruehstueck wird es etwa 2 Stunden dauern diesen schoenen Dschungel
mit seinen vielen subtropischen Pflanzen, wie Bromelien, Baumfarnen und
Heliconien zu durchqueren; nach 2 weiteren Stunden des Aufstiegs ueber
eine Art Rampe von grossen Felsen und Steinen erreichen wir das Plateau....trotz
der Erschoepfung sind wir ueberwaeltigt, man koennte meinen gerade auf
dem Mond gelandet zu sein....dort schlagen wir unser Lager auf und nehmen
das Mittagessen ein. Am Nachmittag ist dann Zeit fuer einen Erkundungsspaziergang
auf dieser Insel in der Zeit.
Tag
4: Das Roraima Plateau ist knapp
70 Km2 gross...man koennte Wochen dort oben verbringen. Seltsam geformte
Felsformationen, bizarre, endemische, fleischfressende Pflanzen (droseras)
und schwarze dinosaurierartige Froesche...nach dem Fruehstueck werden
wir unseren Weg durch das Labyrinth aus schwarzen mit Flechten gesprenkelten
Felsen finden und den ganzen Tag dort wandern. Wir werden das Tal der
Kristalle sehen, den Obelisken, an dem sich die Grenzen von Venezuela,
Brasilien und Guyana treffen ( einen Pass werden sie hier aber nicht brauchen).
Danach geht es weiter zum "El Pozo", einem natuerlichen See mit einem
kleinen Hoehlensystem darunter....achja und wenn sie einen eisessenden
Affen, ein ueberdimensionales Piano oder ein rauchendes Kamel sehen...Solche
Sachen sind hier normal...man darf nicht vergessen, dass wir uns auf dem
Mond einer fernen Galaxie befinden. wirklich fantastisch !
Ca. 8 Stunden Wanderung, Mittagessen unterwegs und Abendessen im Lager.
Tag
5: Zeit fuer ein paar letzte Fotos von den Pflanzen und der
Aussicht bevor wir den Rueckweg antreten....und uns von der fliegenden
Riesenschildkroete und den ganzen anderen fremden Eindruecken verabschieden.
nach 6 bis 8 Stunden Wanderung, hauptsaechlich stark bergab, erreichen
wir den Rio Tek. Ein erfrischendes Bad in dem kuehlen
Fluss ist eine hervorragende Belohnung nach dem langen Tagesmarsch.
Mittagessen unterwegs und Abendessen im Camp.
Tag
6: Nach dem Fruehstueck sind es noch 3 bis 4 Wegstunden
zurueck nach Pareitepuy, wo uns kaltes Bier und eisgekuehlte Erfrischungen
erwarten....seien sie darauf vorbereitet von den Mitarbeitern des Inparques
nach Kristallen und aehnlichen Dingen, die sie nicht von den Bergen mitnehmen
duerfen, durchsucht zu werden. Unsere Jeeps werden sie dann zurueck nach
Santa Elena bringen.
Wer
kann teilnehmen?
Jeder abenteuerlustige Naturliebhaber, der in der Lage ist 80 bis 100
Kilometer in 5 Tagen zu laufen und gerne unter freiem Himmel und den Sternen
schlaeft. Das Roraima Plateau hat eine Hoehe von bis zu 2800 Metern (9100
Fuss) und ist somit der hoechste aller Tafelberge. Es besteht also keine
Gefahr von Hoehenkrankheit, aber viel Regen und starker Sonnenschein koennen
zu Erkaeltungen oder Sonnenstich fuehren. Die Naechte sind sehr frisch
und feucht.
Was
man mitbringen muss:
Gute Wanderstiefel, ein paar leichte Sandalen, dicke Socken, einen Hut
gegen die Sonne, starke Sonnencreme, leichte Hosen oder Shorts zum Laufen
und warme Kleidung fuer die kalten Naechte, Insektenschutzcreme, eine
Regenjacke, eine Taschenlampe und eine Kamera sowie jede Menge Filme.
Ansonsten noch persoeliche Dinge.
Hinweis:
Diese Wandertour ist fuer Hobbywanderer
gedacht. Menschen, die die Natur und
die Wildnis lieben und sich keine Sorgen machen welche Sonnenbrille heute
zu ihrem Hemd passt ! Man sollte nicht auf diese Tour gehen, wenn man
nicht einigermassen fit ist.
Die Tepuy sind so alt wie die Erde selbst und bilden eine der aeltesten
Bergformationen dieses Planeten. Begegnen sie ihnen mit Respekt ! Trekking
auf dem Roraima ist noch relativ neu. Bis 1989 gab es keine offizielle
Strasse von Puerto Ordaz zur brasilianischen Grenze und daher gab es nur
sehr wenige Leute, die in der Gran Sabana gewandert sind. Erst In den
letzten 10 Jahren hat der Roraima Tepuy stark an Bedeutung gewonnen und
wird heute zu Recht mit hervorragenden Wandergebieten wie dem Torre del
Paine und anderen Top Gebieten aus aller Welt verglichen...jedes Jahr
gibt es mehr Leute, die dieses Wunder der Natur sehen moechten, doch da
"Menschen" auch immer Gefahr fuer die Natur bedeuten ist es extrem wichtig,
dass sie sich Muehe geben die Natur dort zu schonen und so mithelfen sie
weiterhin zu erhalten.
Literaturvorschlaege
zum Roraima:
Roraima - Brewer Carias
Islands in Time, Uwe Georg
The Lost World, Arthur Conan Doyle